Keramik Maag

von Erika Maag

Erika Maag

Meine letzte Station auf meiner Töpferreise führt mich nach Derching zur Keramikwerkstatt von Erika Maag. Als mein Navi mir ansagt, dass ich mein Ziel erreicht habe, sehe ich ein altes Bauernhaus mit grünen Fensterläden. Auf den Stufen des Hauses wartet schon Sabine Maag, die Tochter der Inhaberin, um mich in Empfang zu nehmen. Mit ihr habe ich heute den Termin, da die Eltern noch in Griechenland weilen. Eigentlich wollten Sie pünktlich zu den ersten Töpfermärkten an Ostern wieder zurück in der Heimat sein, doch Corona kam dazwischen. 

In Griechenland, dem Land, in dem Künstlerin Erika Maag regelmäßig ihre Kreativität auftankt, wollte sie und ihr Mann einige ruhige Wochen verbringen, bevor die Töpfermarkt-Saison beginnt. Eine Rückreise war aufgrund der Beschränkungen nicht mehr so einfach, bis schließlich die Fähre nur noch für Lkws fuhr. In ihrem Häuschen auf der südlichen Halbinsel Peloponnes haben sie es sich schön eingerichtet und warten, bis die Fähre auch wieder für Privatpersonen geöffnet wird, was für diese Tage angekündigt wurde. 

Griechenland ist auch das bestimmende Thema auf ihrer Keramik. Landschaften, Farben und Design erinnern an das Heimatland großer Philosophen und der olympischen Spiele. 

In der alten Stube des Bauernhauses befindet sich die Werkstatt von Frau Maag. Seit 1985 fertigt Erika Maag allerlei Gebrauchsgegenstände aus Ton. Erst hatte sie einen Laden im Augsburger Bismarckviertel und zog 5 Jahre später mit ihrer Familie nach Derching. Beim gemeinsamen Töpfern mit Freundinnen entdeckte die Töpferin ihre Leidenschaft für das Formen, Brennen und Bemalen von Ton. Vorzugsweise fertigt sie Gebrauchskeramik, also Geschirr, Vasen und Blumentöpfe. Aber auch Dekoratives findet sich in ihrem Portfolio. 

Mit ihrem Mann Oskar teilt sie die Leidenschaft für das Töpfern. Auf vielen Märkten führt er die japanische Raku-Brenntechnik vor. Bei dem Glasurbrand werden die Werkstücke bei knapp 1000 °C in einer Tonne gebrannt und anschließend heiß in Sägespäne gelegt und zugedeckt. So entsteht ein Schwelbrand, der den Tongegenständen ihre einzigartige Farbe und Musterung gibt. 

Wie ihre Mutter immer wieder auf neue Ideen kommt, frage ich Tochter Sabine Maag, die selbst in der Werkstatt mithilft. Oft seien es Kundenwünsche, die anregen, neue Varianten zu fertigen. Gerne erfülle die Mutter die Wünsche und denkt sich dabei gleich mehrere Einsatzmöglichkeiten für die Keramikteile aus. So kann man den Eierbecher auch als Teelichthalter umfunktionieren. Viele Kunden sind seit der Hochzeit treue Käufer. Zur Hochzeit wird ein Keramikservice geschenkt, das das Paar oder auch Freunde zu besonderen Anlässen immer wieder erweitern. Die Ware ist spülmaschinenfest, kann im Backofen oder der Mirkowelle verwendet werden und sogar in der Gefriertruhe, um beispielsweise selbstgemachtes Eis aufzubewahren. 

Seit Anfang an stellen sie auf dem Friedberger Sonnwend-Töpfermakt aus. Gerne hat sie den Markt auch unter Kollegen empfohlen und so kamen einige Töpferinnen und Töpfer auf Erika Maag’s Empfehlung nach Friedberg.

Die Kundschaft sei ganz gemischt, erzählt mir Sabine Maag. Junge Paare, Familien und diejenigen, die den Töpferhype in den 70er und 80er schon als Erwachsene miterlebt haben. Nicht nur für den Privatgebrauch töpfert sie, auch ein Hotel hat Keramikplatten für das Frühstücksbuffet bestellt.

Sabine Maag erzählt mir eine kleine Anekdote vom Marktleben. Sie stellten die Waren auf einem kleinen Markt am Chiemsee aus. Allgemein lief der Markt nicht so gut, denn die Besucher waren nicht in Kauflaune. Ein Ehepaar aus Köln kam an ihren Stand. Die Frau interessierte sich für einzelne Teile, als der Mann entschloss, wenn dann ein komplettes Service zu kaufen. Da freut man sich natürlich, sagt mir Sabine. 

Auf vielen Märkten sind sie vertreten. Berlin, Klagenfurt, Villach, Traunstein und Freiburg sind Orte, an denen sie ihren Stand schon aufgeschlagen haben. Und oft kommen Komplimente über die Ware und die Präsentation am Stand. Auch ich bin beeindruckt von der Keramik, die ich in der Werkstatt sehe. Es erinnert mich an Urlaub und ein schönes Gefühl tut sich auf. Nachdem es dieses Jahr mit realen Märkten nicht so gut aussieht, überlegt Sabine, feste Öffnungszeiten anzubieten. Interessierte können jederzeit telefonisch einen Termin vereinbaren. 

Bei meiner kleinen Reise zu den Keramikwerkstätten ist mir aufgefallen, dass jede Töpferin und jeder Töpfer einen eigenen Stil hat und die Ware die Persönlichkeit des Töpfers widerspiegelt. Betrachtet man die Ware, erzählt sie von dem Töpfer und seinem Leben – einfach faszinierend!

Über den Verfasser:

MICHAEL RUTTMANN

Mit über 10 Jahren Erfahrung in Marketing und Werbung biete ich die Leistungen einer Fullservice-Werbeagentur an.

MR Marketing & Coaching UG (haftungsbeschränkt)
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